3D? Och nee…

Ineinander verschränkte 3D-Brillen (sähen in 3D bestimmt witziger aus)…

Spätestens seit 2009, als Avatar für klingelnde Kassen bei James Cameron sorgte, gilt 3D in Hollywood als die Zukunft, wenn nicht als die Gegenwart. Das ist nicht limitiert aufs Kino, sondern betrifft auch das Wohnzimmer: Am liebsten wäre der Branche, alle Konsumenten würden sich mit einem 3D-Bluray-Player, einem 3D-Fernseher und vielleicht noch einem Beamer eindecken. Ach so, und eine Menge Filme braucht man natürlich auch.

Das ist ja auch verständlich, schließlich müssen die Hersteller von irgendetwas leben. Jetzt, wo wir 5.1-Sound, 7.1-Sound, 100Hz, 200Hz, HDready, FullHD und so weiter mehr oder weniger mitgemacht haben, muss etwas Neues her.

Innovation finde ich super, Technikspielzeug auch – wo ist also das Problem?

Dieser ganze 3D-Kram taugt einfach nichts!

  1. 3D ist üble Geldschneiderei. Die Preise fürs Kino sind grotesk, und statt Software-Updates gibt es jedes Jahr einen neuen Fernseher?
  2. Weg mit diesen albernen Brillen! Im Kino mag das noch angehen (auch wenn die Schutzgebühr pro Brille frech ist), aber wer will zu Hause ein halbes Dutzend von den Dingern auf Vorrat halten, falls mal Besuch kommt? Habe das Gefühl, dass hier halbgare Technik an den Verbrauchern ausprobiert wird.
  3. Bluray ist ein schlechter Witz! Danke für noch mehr Kopierschutz als früher, der Probleme beim Abspielen macht! Jetzt habe ich zwar so ein Laufwerk im PC, darf aber wegen der „Piraten“-Paranoia der Verlage keinen Film anschauen!?
  4. Der Mehrwert ist einfach enttäuschend. Mit Piranha 3D, TRON: Legacy und Prometheus habe ich drei Filme (verschiedener Qualität) mit der Technik im Kino gesehen. 3D hat, bis auf ganz wenige wirklich coole Szenen bei TRON, bestenfalls nicht gestört
  5. Das liegt wohl auch daran, dass alle die gleichen albernen Spielereien probieren. Die Kamera fährt über einen flachen Untergrund, wir tauchen irgendwie in Wasser ein, irgendetwas fliegt auf die Kamera zu. (Würde gerne mal sehen, ob im Drehbuch einfach nur „generic 3D scene“ steht.) Und alle haben Probleme, z.B. mit fehlender räumlicher Tiefe innerhalb von Gesichtern. Wer will zuschauen, wie Pappfiguren sich unterhalten?

Ob 3D tatsächlich bald zum Standard werden wird, sodass konventionelles Material den jüngeren Zuschauern in ein paar Jahr(zehnt)en wie Schwarzweiß vorkommt? Noch fehlt mir jede Vorstellung davon, wie 3D (abgesehen von Effekthascherei) cineastisch mitreißender sein soll als technisch gutes, ästhetisch kunstvolles „2D“. Das scheint mir vergleichbar mit gutem Stereo versus Surround Sound: Der Grenznutzen von neuen technischen Errungenschaften ist für die meisten Anwendungen minimal.

Vielleicht mangelt es mir aber auch an Phantasie.

Eins steht jedenfalls fest: Über 3D-Technik, wie sie aktuell zum Einsatz kommt, wird man in ein paar Jahren noch mehr schmunzeln oder den Kopf schütteln als heute über in die Jahre gekommene Special Effects.

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2 Antworten auf “3D? Och nee…”

  1. J 04.10.2012 at 23:15 #

    „Der Grenznutzen von neuen technischen Errungenschaften ist für die meisten Anwendungen minimal.“ ist topp. Von wegen „Weg mit Brillen“: iwie muessen die Signale aufgesplittet werden, da wird sich wohl auf lange Sicht nix tun *wahrsag*.
    Du gibst mir noch mehr Gruende, dass ich weiter 3d-frei bleiben werde :)

Trackbacks/Pingbacks

  1. Kino: 3ZKB, Savages, Skyfall - unkewl - 08.11.2012

    […] Herbst habe ich bisher drei Filme geschaut (nicht in 3D), die allesamt empfehlenswert sind: “3 Zimmer, Küche, Bad”, “Savages” und […]

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