Dienstag, 31. August 2010Facebook vs. StudiVZ, Teil 2![]() Vor knapp einem halben Jahr habe ich hier dargelegt, warum meiner Ansicht nach Facebook dem deutschen Konkurrenten StudiVZ in jeder Hinsicht überlegen ist. Das spiegelt sich in den Zahlen wider: Von Juli 2009 bis Juli 2010 hat sich die Besucherzahl bei FB in Deutschland um 142% erhöht, während StudiVZ knapp 40% verloren hat. Der Branchendienst Meedia spricht davon, dass Facebook die Konkurrenz “aufsaugt”. Aktueller Stand: 18 Mio. Unique Visitors (?) pro Monat für Facebook, 4,2 für StudiVZ (bzw. 12,6 Mio. für die gesamte VZ-Gruppe). Dabei hat sich StudiVZ Mühe gegeben, mit neuen und von der Konkurrenz inspirierten Features aufzuholen. Der “Lifestream” mit Pinnwandeinträgen, Profiländerungen und Fotos, dem ich bei meinem letzten Vegleich großes Suchtpotential bescheinigt habe, findet sich jetzt auch bei StudiVZ. Allerdings ist das Messaging-System nach wie vor altbacken und weniger charmant als bei FB. Auch die Sprache ist interessant. Begriffe wie “Röhre”, “Gruscheln”, “Plauderkasten” oder “Buschfunk” finde ich persönlich nicht ansprechend, dahinter könnte allerdings eine Strategie zur bewussten Abgrenzung von den Amerikanern liegen. Bei Jüngeren scheint das -- hier wieder nur anekdotische Evidenz -- auch positiv aufgenommen zu werden. Noch spannender ist aber, wie die Nutzer angesprochen werden: Ich habe den Eindruck, dass StudiVZ noch penetranter um Aufmerksamkeit buhlt als Facebook. Schau doch mal hier und wähle die Bikini-Königin! Erzähl’ und Deine schönste StudiVZ-Geschichte! Mach mit beim großen StudiVZ-Dingsbums! Insgesamt kommt es mir so vor, als ob die Anspannung der VZ-Macher sich auf die Texte der Seite niederschlägt. Anscheinend muss man um jeden Klick der Nutzer kämpfen, sonst würde StudiVZ vielleicht endlich damit aufhören, neue Nachrichten und Pinnwand-Einträge per E-Mail lediglich anzukündigen: ![]() … statt wie Facebook den kompletten Text zu übermitteln und eine Antwort per Mail zu ermöglichen. Vermutlich wird dieses Feature nie implementiert, da “Karteileichen” (wie ich) der StudiVZ-Website dann noch weniger Besuche abstatten würden. (Das Bild oben basiert auf “pong” (CC) c0venant @ flickr) Donnerstag, 19. August 2010Graffiti-Künstler: Vor dem "S" abgestürzt!![]() Auch Budapest bietet Anlass zum Schmunzeln, weil ab und zu ein Buchstabe zu fehlen scheint. Hihi. (Allerdings ist das P eigentlich ein R; Humor für Kurzsichtige!) Mittwoch, 4. August 2010Abends am Kanal![]() Auf dem Weg zum Kanal treffen wir zuerst eine Gruppe von Trinkern, die es sich rund um die einzigen beiden Sitzbänke gemütlich gemacht hat. Hunde, eine verstimmte Gitarre und latent aggressive Stimmung inklusive. Gepinkelt wird in die benachbarte Baustelle, offensichtlich sehr routiniert. Am anderen Ende der Brücke entdecken wir eine Lücke im Zaun, groß genug, um hindurch und hinunter ans Wasser zu gelangen. Dort wohnt allerdings ein Obdachloser, den wir nicht stören wollen. So stehe ich schließlich mit meinem temporären Mitbewohner (und den Feierabendbieren) mitten auf dem Elsensteg, wo man zwar nicht sitzen kann, die Aussicht aber am besten ist. Von Süden naht ein Boot, das für weniger Kurzsichtige als Floß zu erkennen ist. Abgerundet wird diese dritte Begegnung des Abends durch die Dame, die am Elsensteg mit einigem Gepäck von Bord gehen will, dabei aber ins Leere tritt und im Wasser landet. Unter den belustigten Blicken des Publikums hilft die Crew ihr aus der brusthoch stehenden Brühe. Alle Beteiligten nehmen es mit Humor, das selbst gebastelte Floß legt wieder ab, die tropfnasse Passagierin stapft über die Brücke nach Hause. “Wenn die wüsste, wie viele Ratten da unten schwimmen, wäre sie nicht so entspannt”, meint eine der beiden Frauen mit Hund, bevor sie lachend weiter gehen. Pünktlich zum Sonnenuntergang sind unsere Bier leer. Freitag, 30. Juli 2010Auf vielfachen Wunsch: Großer Ratgeber Kaltgetränke![]() Nach dem großen Erfolg des unkewl-Ernährungsberaters von 2009 (der Herr Mit-Blogger hat seither deutlich zugenommen!) legen wir nun nach. Ratgeberjournalismus, der Leben verändern kann (und hoffentlich wird) … Top 10 Tipps für mehr Spaß beim Trinken
Dienstag, 20. Juli 2010Die härtesten Jobs Deutschlands![]() (entdeckt von der Lieblings-Gastbloggerin im Hauptbahnhof Hannover) Samstag, 3. Juli 2010Klingelkunst (1)Freitag, 25. Juni 2010Tyler Cowen an der FU Berlin![]() Der amerikanische Ökonom Tyler Cowen, den ich vor allem als Autor des sehr empfehlenswerten Blogs Marginal Revolution kenne, hielt Dienstag einen Gastvortrag am Nordamerika-Institut der FU Berlin. Unter der Fragestellung, ob das Wirtschaftsmodell der USA in Zukunft bestehen bleiben wird, sprach Cowen mindestens ebenso viel über Deutschland und die EU. Kurz und knapp lassen sich seine Thesen vom Dienstag so zusammenfassen:
Auf die (“sehr deutsche”) Frage, warum er denn gerade Deutschland als eines der erfolgreichsten Land der letzten Jahrzehnte ansehe, antwortete Cowen mit einem sehr anschaulichen Beispiel: Wenn Du fünf Favoriten für das Land angeben könntest, in dem Du morgen geboren wirst, wäre Deutschland dann etwa nicht dabei? Insgesamt wurde deutlich, dass der Professor kein großes Vertrauen in die Gestaltungskraft der jetzigen Regierungen hat. Man werde sich “durchwurschteln” und in den USA erst einmal den nächsten Crash riskieren, ehe dann mehr Steuern und mehr Arbeitslosigkeit ins Haus stehen. Die Wirtschaft werde langsamer wachsen als früher, während die Kosten für Alter und Gesundheit bis auf 40% des BIP anwachsen. Rosige Zeiten. Am fünften Juli spricht Cowen übrigens in Potsdam über die Finanzkrise. Ich halte ihn für einen klugen und unterhaltsamen Redner, empfehle den Termin also für alle aus dem Umland. Freitag, 4. Juni 2010Alles immer überall: Spotify vs. Simfy![]() Mit der massenhaften Verbreitung von MP3 kam der Moment, als auf Partys und im Alltag nicht mehr CDs abgespielt wurden, sondern Musik von der Festplatte oder dem mobilen Player. Ein paar Jahre später gaben bei spontanen Feierlichkeiten nicht mehr die eigene Platten- oder MP3-Sammlung den Ton an, sondern YouTube-DJs, die hektisch von Song zu Song klickten (“einer geht noch”). Jetzt kommt die nächste Runde. Spotify aus Schweden geht noch weiter als Last.fm, Pandora und Co., die für sich genommen schon revolutionäres geleistet haben: Man kann jetzt nicht nur im “Radio-Modus” Musik nach Wunsch hören, sondern die Songs direkt auswählen, die per Stream nach Hause kommen sollen! Konsequent zu Ende gedacht hieße das: Platten, CDs und lokal gespeicherte MP3s werden weitgehend überflüssig. Überall, wo es schnelles Internet gibt, steht das Song-Archiv der Welt zur Verfügung. Wer ein paar Stunden im Flugzeug überbrücken muss, speichert seine Playlist auf dem Handy zwischen. Man würde Musik nicht mehr kaufen, sondern unbegrenzte Nutzung abonnieren. Mobiler Zugriff könnte extra kosten, wobei die Mobilfunkfirmen spezielle Tarife anbieten sollten, z.B. für unlimitierten Traffic auf spotify.com. Apple hat mit iTunes vorgemacht, wie hervorragend ein intuitives Interface und synchronisierte Playlists im Alltag der Nutzer ankommen. 15 Euro im Monat für alle Musik der Welt, jederzeit und überall. ---- Soweit die Träumerei. In Wirklichkeit ist Spotify in Deutschland offiziell nicht zugänglich, weil die GEMA mit dem Tarifmodell nicht einverstanden ist. Zwar lässt sich das Problem über VPN oder Proxy-Server beheben, aber einen werbefreien Premium-Account bekommt man nur mit britischer Kreditkarte. Natürlich gibt es einen deutschen Nachahmer mit anderem Vergütungsmodell und dem Segen der GEMA. Simfy aus Berlin funktioniert ordentlich und bietet neuerdings auch eine Software für Windows, sodass man nicht nur im Browser Musik hören kann. Was mich wirklich ärgert ist das Ausmaß, in dem man sich vom schwedischen Vorbild hat inspirieren lassen, was den Namen, die Optik und das Bedienkonzept angeht. Natürlich ist es verlockend, gute Ideen zu kopieren -- aber ein wenig mehr eigene Kreativität würde nicht schaden. Habe ich den Damen und Herren auch direkt gesagt. ---- ---- Hoffen wir, dass beim Streaming von Musik bald ein Wettbewerb um die Kunden entsteht, sodass wir uns auf faire Preise, wachsende Kataloge und innovative Produkte freuen dürfen! Viel Erfolg von hier aus an Spotify, Simfy und Co.! Dienstag, 18. Mai 2010Chicken![]() Die gähnende Leere an dieser Stelle liegt darin begründet, dass die Autoren zur Zeit einfach zu viel um die Ohren haben, um in gewohnter Qualität bloggen zu können. Ich zum Beispiel muss demnächst zwei Hausarbeiten abgeben und investiere meine spärlichen Ressourcen deshalb vor allem in politikwissenschaftliche* Texte. Derweil sei dieses Research Paper allen Lesern dringend empfohlen! (via MR) * Korrekturvorschlag der Rechtschreibprüfung für “politikwissenschaftlich”: “populärwissenschaftlich”, “pseudowissenschaftlich”. Noch Fragen? Mittwoch, 28. April 2010TV-Tipp: Im Angesicht des Verbrechens![]() Foto: arte.tv Arte zeigt zur Zeit eine ambitionierte 10-teilige Serie von Dominik Graf, die in der Presse sehr gute Kritiken bekommen hat. Im Angesicht des Verbrechens ist “Polizeithriller und zugleich Familiensaga”, spielt in Berlin und thematisiert das Ringen der Polizei mit osteuropäischen Mafiosi. Bisher habe ich die Sendung noch nicht gesehen, ich verspreche mir aber sehr modernes und vielschichtiges Fernsehen á la KDD (Kriminaldauerdienst). Im Angesicht des Verbrechens läuft dienstags und samstags auf arte, dann jeweils eine Woche lang bei arte+7 Dienstag, 20. April 2010Griff ins Klo![]() Von Zeit zu Zeit erreichen uns hier bei unkewl.de, dem meinungsstarken Blog für Multiplikatoren und Entscheider, Anfragen kommerzieller Natur. Manchmal handelt es sich schlicht um Spam, manchmal um unfreiwillig komische, aber völlig ernst gemeinte Nachrichten. Beim folgenden Fall bin ich mir nicht sicher, was die Kategorisierung angeht. Man achte vor allem auf den zweiten Absatz. Sehr geehrter Herr Lohaus, Ihr entscheidet! Sollen wir sofort einsteigen, erst einmal nachverhandeln -- oder uns lieber nicht die Finger schmutzig machen? Bild “The Toilet” (CC) Wolfman-K @ flickr
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"What the...?"Hier bloggen zwei motivierte Studenten aus Bremen und Berlin -- wenn sie Zeit finden.
Unsere soft skills sind pubertärer Humor und Trinkfestigkeit. |













