Mittwoch, 1. September 2010Queen Bees und Super-Boys: Ein Bravo-Quiz (IV)
Thema 4: Foto-Love-Story!
Antworten zu Runde 3 und Zwischenergebnis sind unten zu finden. Die Foto-Love-Story. Früher: schlecht gestellte Fotos. Heute: schlecht gestellte Fotos. Schön, dass es noch Konstanten im Leben gibt. Wird ja alles immer schnelllebiger, habe ich gehört. 1. Frage: Die Foto-Love-Story heißt “Lästerschwestern”. Die Protagonisten: Mimi (16), Tara (16) und Nick (17). Worum geht’s? (bis zu 3 Punkte) 2. Frage: Nenne jeweils das Lebensmittel, das Nick mag und nicht mag. (jeweils 1 Punkt) 3. Frage: Welche Hobbies haben Mimi und Tara? (Mimi hat vier, Tara drei) (maximal 7 Punkte) ------------------- Die Antworten zur letzten Woche: 1. Frage: Die erwartungsgemäß lahme Antwort: “Mit zwölf Jahren noch keinen Freund zu haben, ist ganz normal.” Warum die Antwort allerdings mit “Liebe Melanie” beginnt, weiß ich nicht. 2. Frage: “Mag: Lustige Menschen, leckeres Essen, schönes Wetter. Mag nicht: Lästereien, Lügen und Leute, die miese Stimmung verbreiten”. 3. Frage: Er war mit der Clique im Kino und hat seine Hand auf ihre gelegt. Unglaublich, aber wahr... Der Kreativpunkt geht an alle, ich war wirklich begeistert dieses Mal! (Nächstes Mal suche aber ich nur einen aus.) Die Rundenwertung, Runde 3: 1. Fiete (3 Punkte) 2. DaRONN (2 Punkte) 3. Jasper, cosmomob#, Psycho (1 Punkt) Der momentane Zwischenstand (nach Runde 2): 1. Psycho (8 Punkte) 2. Powi-Wiebke, cosmomob#, DaRONN (6 Punkte) 3. cosmomob#, Fiete (5 Punkte) 4. Jasper (4 Punkte) 5. Sonja, Frede Rieke (2 Punkte) 7. Lasse (1 (Mitleids-)Punkt) Damit gibt’s an dieser Stelle einen Schulterklopfer für Fiete. Glückwunsch! Und nächste Woche: Deine Welt! Donnerstag, 26. August 2010Konzentration aufs WesentlicheManchmal braucht es keine Worte, um eine großartige Idee zu würdigen. Mittwoch, 25. August 2010Queen Bees und Super-Boys: Ein Bravo-Quiz (III)
Thema 3: Dr. Sommer!
Antworten zu Runde 2 und Zwischenergebnis sind unten zu finden. Keine Runde ohne JBiebs, nee, nee. Die Fragen sind heute aber popperfrisenfrei. 1. Frage: Natascha, 12, fragt: “Warum habe ich noch keinen Freund? Woran kann das liegen?” Vorschläge, bitte! (1 Punkt) 2. Frage: Nenne eine der jeweils drei Dinge, die Lisa (16), die sich für den Dr. Sommer Bodycheck nackt hat fotografieren lassen, mag und nicht mag. (jeweils 1 Punkt) 3. Frage: Auch Alex (18) hat sich für den Bodycheck nackig gemacht. Im Interview verrät er, wie er seine erste große Liebe klargemacht hat. Und zwar wie? (1 Punkt) ------------------- Die Antworten zur letzten Woche: 1. Frage: Gina-Lisa Lohfink (die mit der Brust-OP), Fiona Erdmann, Sarah Knappik (die beste Freundin von Gina-Lisa), Sarina Nowak. 2. Frage: “Jus und seine Crew” trinken pro Tag 75 Becher Kaffee; jede Show fliegen eine Million Konfetti-Stücke durch die Luft; jeden Tag essen Bieber und Co. 10 000 Pommes; ein Tänzer verbraucht pro Show 6 000 Kalorien; elf Busse und neun Trucks sind zum Transport aller Sachen nötig. Crazy. 3. Frage: Thomas Karaoglan; Deutschland sucht den Superstar; Mercedes E-Klasse. Der Kreativpunkt geht an Lasse aus Mitleid. Und weil ich so großzügig bin, bekommen alle anderen dieses Mal auch einen. Die Rundenwertung, Runde 2: 1. Psycho (6 Punkte) 2. Powi-Wiebke (4 Punkte) 3. DaRONN, cosmomob# (3 Punkte) Der momentane Zwischenstand (nach Runde 2): 1. Psycho (7 Punkte) 2. Powi-Wiebke (6 Punkte) 3. cosmomob# (5 Punkte) 4. DaRONN (4 Punkte) 5. Jasper (3 Punkte) 6. Fiete, Sonja, Frede Rieke (2 Punkte) 7. Lasse (1 (Mitleids-)Punkt) Damit gibt’s an dieser Stelle einen Schulterklopfer für Psycho. Glückwunsch! Und nächste Woche: Foto-Love-Story! Mittwoch, 18. August 2010Queen Bees und Super-Boys: Ein Bravo-Quiz (II)
Thema 2: Stars!
Antworten zu Runde 1 und Zwischenergebnis sind unten zu finden. Kay One - Ich brech die Herzen 1. Frage: Falls Du jetzt das Video gesehen hast... Pech gehabt, für die Frage ist das ziemlich irrelevant. Das Stichwort ist lediglich Kay One, der angeblich die Herzen bricht - unter anderem die von vier Teilnehmerinnen von Germany’s Next Topmodel, einer der von dieser Redaktion bevorzugt konsumierten Fernsehsendungen. Also, welche vier hat Kay One laut Aussage im Interview auf Seite 10 der Bravo schon abgeschleppt? Ein Tipp: Eins der vier Models fällt laut Bildunterschrift “besonders durch seine operierten Silikonbrüste auf”. Kay One fühlt sich von ihr “gerade auch ein bisschen benutzt”. (Vornamen reichen, vier Punkte) 2. Frage: Nenne einen von fünf “Crazy Tour-Facts” zu Justin Biebers aktueller Tournee. Der “Super-Boy” wird übrigens nicht nur von mir frisurtechnisch sehr geschätzt. (1 Punkt) 3. Frage: Wie heisst “Der Checker” mit bürgerlichem Namen? Aus welcher TV-Show ist er (anscheinend) bekannt? Und welches Auto hat er seinen Eltern geschenkt? (3 Punkte) ------------------- Die Antworten zur letzten Woche: 1. Frage: Kristen Stewart und Robert Pattison. Antworten wie “die beiden Vampire” oder “der Typ aus Twilight” lasse ich gelten. 2. Frage: Philipp Jessen. Da hat doch nicht etwa jemand nachgeschaut... 3. Frage: In: Schnäppchen-Jagd; Aufblasbare Gummi-Tiere; Wasser-Melonen; Accesoires anders nutzen (“Cooler Style-Schocker!”); Blumen pflücken; Verwandte anrufen. Out: Dreckige Füße; “Girls, die vollkommen overstyled (sic!) in der Schule auftauchen”; Pärchen, die sich heimlich treffen; Witzbolde, die immer die gleiche Geschichte erzählen; Leute, die aus Kostengründen einen Handyrückruf fordern; Verlaufenes Make-Up. Der Kreativpunkt geht an niemanden. Da geht mehr. Der momentane Zwischenstand (nach Runde 1): 1. Sonja (2 Punkte) 2. Jasper (2 Punkte) 3. Powi-Wiebke (2 Punkte) 4. cosmomob# (2 Punkte) 5. Frede Rike (2 Punkte) 6. DaRONN (1 Punkt) 7. Psycho (1 Punkt) Damit gibt’s an dieser Stelle einen Schulterklopfer für mehrere. Glückwunsch! Und nächste Woche: Dr. Sommer. Mittwoch, 11. August 2010Queen Bees und Super-Boys: Ein Bravo-Quiz (I)
Die Bravo. Es gibt sie also noch, diese Zeitschrift für Teenies, die gerade den ersten Intimhaarwuchs entdecken, den ersten Alkoholexzess erleben oder die erste Schwangerschaft. Freunde auf Reisen in Osteuropa hatten sie zur Belustigung gekauft (nehme ich jedenfalls an, gefragt habe ich nicht) und bei mir vergessen. Der Inhalt ist die erwartete Mischung aus Star-Kram, Dr. Sommer und Foto-Love-Story. Nur ungefähr 80 Prozent der Namen sagten mir nichts.
Zeit also, Euer Wissen zu testen, liebe Leser. Die Regeln: Jede Woche stelle ich drei Fragen zur Bravo-Ausgabe Nr. 31 vom 28. Juli 2010. Insgesamt werden fünf Runden gespielt, thematisch geordnet. Für jede richtige Antwort gibt es (wenn nicht anders vermerkt) einen Punkt. Einen Extrapunkt pro Runde erhält derjenige, der am Kreativsten antwortet. Die Jury (ich) ist unbestechlich und vergibt nach völlig intransparenten Kriterien (Lust und Laune). Kommentarschluss ist jeweils Dienstag, 23.59 Uhr. Die neue Runde gibt’s Mittwochmittag. Googlen oder nachschlagen gilt natürlich nicht. Die Gewinne: Der Gesamtsieger erhält einen Sixpack Bier und die zur Preisübergabe aktuelle Ausgabe der Bravo. Der Zweitplatzierte erhält ebenfalls die dann aktuelle Ausgabe und dazu die “15 super Star-Tattoos”, die der zum Quiz genutzten Ausgabe beiliegen (minus Justin Bieber, den ich mir vorher auf den Steiß kleben will). Der Drittplatzierte erhält immerhin noch die aktuelle Bravo. Die Rundensieger erhalten die höchste Ehre, die wir hier vergeben: Den virtuellen Schulterklopfer. Die Fragen: Sind groß. Zwei Beispielfragen: Was ist eine “Queen Bee”? Welcher Star-Teenager wird auf S. 78 als “Super-Boy” bezeichnet? (Richtige Antworten: zur “Queen Been” klicke hier; Justin Bieber). Jetzt geht’s los. Thema 1: Allgemeines 1. Frage: Welche zwei Personen sind auf diesem Ausschnitt zu erkennen? (2 Punkte) 2. Frage: Wie heißt der Chefredakteur der Bravo? 3. Frage: Nenne jeweils einen der je sechs Punkte in den Kategorien in & out. (2 Punkte) Glück auf! Und nächste Woche: Stars. Montag, 26. Juli 2010Ich lese was, was Du nicht liest: Fußball
Ich mag ja Fußball. Und ich lese auch ganz gerne. Und jetzt, eins und eins zusammengezählt, füge ich hinzu: Ich lese auch gern Texte über Fußball. Sapperlott! Ein paar Empfehlungen:
Zonal Marking Ein englisches Taktikblog. Zuletzt haben sie jedes, wirklich jedes, Weltmeisterschaftsspiel analysiert - das Finale sogar in fünf Teilen. Für Taktikfüchse und die, die es werden wollen, sag’ ich mal. European Football Weekends Ein paar Engländer, die jedes Wochenende auf irgendeiner Tribüne stehen und Fußball gucken. Klischeehaft wird dabei, davor und danach ordentlich gebechert. Außerdem: Interviews mit verschiedenen Fußballjournalisten. Trainer Baade Der Trainer hat einen etwas anderen, ich möchte fast sagen, verschrobenen Blick auf alles, was so im und um den Fußball herum passiert. Ich mag den Humor. HAZ Roter Blog Die HAZ-Sportredaktion bloggt jetzt über den besten, wichtigsten und allgemein tollsten Verein der Welt. Bisher gibt’s nur wenige Texte und mir dünkt, dass bei der Namensfindungs der konventionellstmögliche Titel ausgesucht wurde, aber ich harre der Dinge, die da kommen. Und auf diese Art schieße ich meinen nächsten Elfmeter: Mittwoch, 21. Juli 2010Drei Fotos (I): Fassaden
Wir, die unkewl-Alpha-Blogger, sind bekannt für unsere bahnbrechenden Ideen. Innovativste Innovationen. Deshalb jetzt was tolles Neues: Drei Fotos, thematisch geordnet. Warum drei? Nun ja, warum nicht? Super!
![]() ![]() ![]() Das gibts in Zukunft öfter, jedes Mal, wenn ich zu faul war einen Text zu schreiben. Wer mir vorhalten möchte, dass ich nicht besonders gut fotografieren kann: Stimmt. Aber ich mag Den Vorwurf, dass das nur wieder eine Reihe wird, die keine Fortsetzung findet, lasse ich gelten. Donnerstag, 15. Juli 2010Paddeln ma's an![]() Im Eingang meines Wohnhauses in Budapest hängt ein eiserner, nach oben offener Postkasten. Normalerweise gehe ich achtlos daran vorbei... Moment, Budapest? Ja, Budapest. Nein, nicht Montréal, nicht Boston oder New York. Da war ich zwischendurch. Immer, wenn ich das sage, komme ich mir vor wie ein wichtigtuerischer Möchtegernglobetrotter. Also: Jetzt Budapest. Globetrotter. Schon wieder. Aber zumindest sind jetzt alle auf dem gleichen Stand. Zurück zum Thema: Der Postkasten vor dem Haus. Normalerweise gehe ich, wie gesagt, achtlos daran vorbei, denn er ist vollgestopft mit Prospekten und Werbeflyern. Das verstehe ich alles nicht, ist schließlich alles auf Ungarisch. (Habe ich erwähnt, dass ich für drei Monate in einem Land lebe, dessen Sprache ich absolut nicht verstehe?) Doch ausnahmsweise schaute ich in den Kasten und sah etwas, das ich verstand. Ein Buch, eher: dessen Rückseite. “Klepper-Faltboot-Werke GmbH, Rosenheim” stand dort, Klepper-Faltboot-Werke mit diesem altmodischen doppelten Bindestrich getrennt. Ich nahm das Buch, drehte es um und sah einen ordentlichen deutschen Jungen, blond und so. “Super”, dachte ich, “deutsch sein ist ja gerade voll angesagt!” Leider, fiel mir dann auf, ist die WM vorbei. Wieder einen Trend verpasst. Verdammt! In den nächsten Tagen werde ich mich nun, da der Fußball vorerst nicht mehr meinen Tag strukturiert, zum Studium dieser literarischen Köstlichkeit, die sich beim Umdrehen als “Das Kajak-Faltboot” von Alfred Heurich, Erstausgabe 1923, entpuppt hat, zurückziehen. Trotzdem werde ich versuchen, diesem Blog wieder etwas mehr Leben einzuhauchen. Es tut mir wirklich leid, dass ich so unproduktiv war. Wirklich. Mea culpa. Und als kleine Hausaufgabe für die Leser bittet Lehrer Wede noch um die Interpretation folgender Textstelle aus oben genanntem Werk: In Jena steigt ein Student ein. Die matten Augen von schlaffen Falten gerändert. Der Blick stumpf und doch herausfordernd. Der verflossene Typ des Bierstudenten. Der treibt keinen Sport. Glaubt vielleicht, daß auch heute noch die Führer der Nation hinterm Biertisch wachsen. Wird sich irren! Paddeln ma’s an! Montag, 31. Mai 2010Im Straßencafé
Zwei Hipster, Mann und Frau. Überschwängliche Begrüßung. Sie hat ihren Freund verlassen. Er: “When I’m breaking up... I’m at the window. Like shoutin’ and bangin’ things!” Er lacht zu laut, sie lacht zu falsch. Sie beobachten das Ehepaar, das mit einem teuren SUV vorfährt. Belächelnd. Ihre Lippen sind zu rot, ihre Beine sind zu dünn. Er isst rote Beete, die Schuhe sind aus Leder. “You know”, sagt er, “when I do things, I’m going all the way”.
Mittwoch, 14. April 2010Ein Kicker als Koks-Kurier?
Während die Schweden es mit der Anonymisierung sehr genau nehmen, sind die Mitarbeiter der Bild etwas freier im Umgang mit Informationen. Nicht überraschend, aber doch immer wieder unschön.
![]() Screenshot von der Bild-Website. Die Online-Ausgabe berichtet über Kevin H. Der soll als Kurier an einem Kokain-Handel beteiligt gewesen sein. Die Überschrift: Polizei verhaftet Bundesliga-Profi Darunter ist Kevin H. abgebildet, im Trikot von Hansa Rostock, mit dem bekannten schwarzen Balken über den Augen. Fußballfans dürften am Jersey erkennen, dass es ein älteres Foto ist. Kein Wunder, denn Kevin H. ist nämlich nicht mehr aktiv, ein “Ex-Bundesligaprofi”. Das erfährt der Leser aber erst im zweiten Satz. Und wenige Zeilen später breitet dann Bild die Karriere des Verdächtigen aus: Das Ende einer hoffnungsvollen Karriere: Kevin H. spielte in der Saison 2001/02 bei Hansa Rostock, erzielte gegen Bayern München sein erstes Bundesliga-Tor. Später verpflichtete ihn Zweitligist FC Erzgebirge Aue. Schließlich stoppte eine Knieverletzung seine Profilaufbahn. Wer nicht über enzyklopädisches Fußballwissen verfügt,* dürfte an dieser Stelle zwar noch nicht wissen, wer gemeint ist, aber spätestens eine Abfrage einer Datenbank wie fussballdaten.de führt zum Ergebnis. (Sowie zu der Erkenntnis, dass Kevin H. nicht nur “in der Saison 2001/02 bei Hansa Rostock”, sondern bis zu seinem Wechsel nach Aue zur Saison 07/08 in Rostock unter Vertrag stand.) Und bild.de macht es noch einfacher: Ex-Bundesliga-Profi Kevin H. kickte zuletzt in der Hamburger Landesliga für den FC Hamm United. Dienstag Abend hätte er eigentlich mit seiner Mannschaft im Pokal in Harburg spielen müssen. Doch das Trikot mit der Nr. 14 blieb im Schrank. Eine einfache google-Suche führt zur Homepage des aktuellen Vereins, der Kader ist ordentlich nach Rückennummern sortiert. Zeitaufwand: gefühlte drei Sekunden. Da kann sich bild.de das Anonymisieren eigentlich auch sparen. *Da einigen Lesern meine Fußballaffinität bekannt ist: Ja, ich hatte bereits an dieser Stelle eine Vermutung, welcher ehemalige Spieler es sein könnte. Und ja, meine Vermutung war richtig. Gesund im Alter
Heute ist das ganz einfach. Wenn einem etwas an diesem Eintrag nicht gefällt, klickt man unten auf “Kommentieren” und schreibt schlimme Sachen. Oder man schreibt, noch schlimmer, seine eigene Meinung. Früher, da war das alles ganz anders. Damals, manche würden das vielleicht “die gute alte Zeit” nennen, da schrieb man Leserbriefe. Auf Papier, mit der Hand oder mit der Schreibmaschine.
Ich gebe zu, das habe ich auch nur gehört, so alt bin ich ja gar nicht. Aber manche Leute, die machen das noch so. Zum Beispiel der 92-jährige Mann, der regelmäßig an die Zeitung schreibt, für die ich gerade arbeite. Meist lässt er sich über politisches aus. Heute nicht. Heute ging es ihm um die Ernährung. Die gesunde Ernährung. Und hier können wir alle etwas lernen, denn der Mann hat ein Geheimrezept: Ich esse jeden Morgen meine Haferflocken in Milch gekocht und füge diesen hinzu: Zwei Backpflaumen, drei Datteln, je einen Teelöffel zermahlenen Soja, Kürbiskerne, Leinsamen, Nüsse und Sonnenblumenkerne. Mittags esse ich meistens Suppen, weil diese von einem alleinstehenden Mann am einfachsten zubereitet werden und in Tagesportionen eingefroren werden können, die dann nach Belieben auf den Tisch kommen – mit viel Gemüse aus dem eigenen Garten angereichert. Nach dem obligatorischen dreißigminütigen Mittagsschlaf freue ich mich schon auf eine fast volle Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen. Das wär‘s in der Hauptsache! Meldet sich doch noch ein wenig der Appetit, schnökere ich nur andeutungsweise etwas herum, wobei der Apfel natürlich nicht fehlen sollte. Besonders die Haferflocken klingen sehr verlockend. An dieser Stelle möchte ich etwas einschieben, da vielleicht nicht jedem klar sein mag, was das hier soll: Kanada ist fett! Deutschland ist fett! Am Fettesten sind die USA. Alle sind fett! Würden die sich doch so gesund ernähren wie der Briefeschreiber, sähe das bestimmt anders aus. Doch werfen wir mal einen Blick auf meinen Speiseplan von heute: Zum Frühstück aß ich zunächst nichts, da ich - wie immer - in höchster Zeitnot zum Bus eilen musste. Ein Erdnussbutter-Marmeladen-Sandwich hatte ich aber immerhin dabei, sogar Vollkorntoast. Das spülte ich bei der Arbeit mit zwei Bechern Kaffee - stark, schwarz - herunter. Lunch, oder “Mittach”, wie ich zu sagen pflege, wurde auswärts besorgt: Smoked-Meat-Sandwich mit Fritten und Krautsalat. Weil ich keinen Krautsalat mag, ließ ich ihn liegen. Begleitgetränk: Pepsi, knapp 600 Milliliter. Auf einen Kaffee nach dem Essen wurde verzichtet. Zum Abendbrot: zwei Bagels. Andeutungsweise herumgeschnökert habe ich heute nicht, der Apfel gehört ohnehin nicht dazu. Bin ich jetzt auf dem Weg zum Tofi? Der Brief schloss übrigens mit einem letzten Tipp ab: Es gibt keine bessere Pille als „FdH"!
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