Dienstag, 18. November 2008Lecker Suppe!
Es gibt Dinge, die man sich schon oft vorgenommen hat - und die trotzdem nie über den Status “Mach’ ich mal irgendwann” hinausgekommen sind. (Nein, ich spreche nicht davon, dass man mal wieder die Küche putzen müsste.)
Ich bin nämlich in den letzten zwei Jahren gefühlte 1000 Mal an der durchaus einladend aussehenden Suppkultur im Viertel vorbeigelaufen. Fast jeden Tag ging ich daran vorbei, auf dem Weg zur Straßenbahn, auf dem Weg zum Einkaufen und auf dem Weg, etwas Essbares zu besorgen. Heute war ich tatsächlich drin... und ging zwanzig Minuten später begeistert wieder raus! Ich hatte einen unfassbar guten Kichererbsentopf mit Chorizo, einer spanischen Paprikawurst, gegessen. Auf Basis einer Kartoffelsuppe gekocht, war er dank der Knoblauchschärfe der Wurst ordentlich pikant. Mit einem leckeren Vollkornbrötchen zu den reichhaltigen Kirchererbsen sättigte die Suppe auch gut. Zur Auswahl standen außerdem eine Kürbissuppe, eine Champignon-Lauchsuppe mit Käse, ein Chinakohleintopf m. Bio-Rinderhack und Cipollata, eine italienische Zwiebelsuppe. Alles hausgemacht vom Betreiberehepaar und mit ungefähr 3,50 Euro auch bezahlbar. Ein angenehmer Nebeneffekt: Auch von diesem Mahl wird man nicht schwanger! Adresse: Vor dem Steintor 7, 28203 Bremen. Guten Hunger! Freitag, 14. November 2008Postbank: Das beste aus drei Welten![]() Angesichts meines baldigen Trips ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten habe ich mich heute um Reiseschecks bemüht. Das war nicht unbedingt einfach, keinesfalls auf Anhieb erfolgreich und überraschend zeitraubend. "Postbank: Das beste aus drei Welten" vollständig lesen Samstag, 25. Oktober 2008Weniger Punk geht nicht
Neulich in der Straßenbahn sah ich ein Pärchen, die beiden waren vielleicht 16 oder 17 (jeweils, nicht insgesamt). Sie trug einen Schottenrock, merkwürdige schwarze Kniestrümpfe (oder so), die inzwischen allgegenwärtigen Chucks und schwarz lackierte Fingernägel. Er verlieh seiner ungemein hippen und linksalternativen Gesinnung Ausdruck, indem er zu den unvermeidlichen Chucks und zerrissenen Jeans eine Lederjacke trugt. Natürlich mit “Gegen Nazis!”- und allerlei Band-Aufnähern.
Ich hätte misstrauisch werden sollen, weil beide so verflucht sauber, nüchtern und verliebt aussahen. Und die Haare beide jeweils schwarz und rötlich-braun gefärbt hatten, nach einem mir unverständlichen Muster. Noch glaubte ich aber ganz naiv an das Wahrhaftige in der Jugendkultur. Er nieste. Laut und vernehmlich, wie ein Punkrocker es tun würde. Jetzt hätte er eigentlich irgendwas von “Dreckswetter” murmeln, ordentlich hochziehen und dann in die Ecke rotzen müssen, während sie ihm einen weiteren Schluck Bier (oder Korn) angeboten hätte. Stattdessen sagte sie: “Oh, Gesundheit mein Schatz!” und streichelte mitfühlend seinen Hinterkopf. Er entschuldigte und bedankte sich, griff in seine Jackentasche (zur Erinnerung: Leder, abgewetzt, mit Aufnähern), nestelte herum und ... ... benutzte gewissenhaft sein Nasenspray. Zu Hause hören die beiden bestimmt Good Charlotte und manchmal Linkin Park. Ganz leise, beim Händchenhalten, um Mama nicht zu stören. Montag, 6. Oktober 2008Man vs. Machine 1:1
Fußgängerampeln stellen kein Problem für mich dar, das habe ich bereits im Februar unter Beweis gestellt. Heute aber feierten die Maschinen ihre Rache! Ich muss etwas weiter ausholen:
![]() Ein weltweit agierender Getränkehersteller -- Stichwort „schwarze Besatzerbrause“ -- hat am Bahnhof Hannover vor ein paar Monaten neue Automaten aufgestellt. Diese Gerätschaften zeichnen sich durch enorme Listigkeit aus: Ein simulierter SMS-Ton soll zum Kauf von Klingeltönen animieren und schafft es jedes verdammte Mal, meine Aufmerksamkeit zu erregen. Das ist aber noch nicht das Schlimmste. Neben Getränken beherbergt die Höllenmaschine nämlich auch allerlei Spielchen, die den Bahnsteig mit mehr oder weniger nervigen Geräuschen fluten, wann immer jemand sie ausprobiert. Quasi jeden Abend stehen also ein paar Kinder vor der Kiste und freuen sich an der schönen neuen Welt, während die armen Pendler mit den Augen rollen. Völlig schleierhaft ist mir allerdings, wie Coke damit auch nur einen Cent mehr Umsatz generieren will. Immer wenn irgendwer (kostenlos) zockt, kann nämlich niemand eine Brause für 3,50 Euro erwerben! Ganz zu schweigen von den Trotzreaktionen, die ein derart penetranter Automat bei technikfeindlichen Senioren wie, äh, mir auslöst („früher war alles besser“). Ich habe mein mühsam verdientes Hartgeld heute nämlich bewusst einer anderen Maschine anvertraut, die mich durch ihr schlichtes, dunkelgraues Erscheinungsbild zu überzeugen vermochte. Mit folgendem Ergebnis: ![]() (Ja, die leckeren M&Ms haben sich tatsächlich nicht korrekt aus der Halterung gelöst! Sechzig Cent für die Katz! Zu meiner Zeit war das eine ganze Menge Geld!) Höre jetzt Coldplay, zum Trost. Donnerstag, 18. September 2008Lecker!
Feierabend-Pils und Schwarzbrot mit Leberwurst. Ich bin ein verdammter Spießer, aber damit nicht allein. Außerdem war nichts anderes mehr da!
PS. Blog-Schwäche zur Zeit ist übrigens damit zu erklären, dass ich von 12 bis 20 Uhr auf HAZ.de für Schlagzeilen wie diese sorge, während der Herr Mit-Blogger die Leine-Zeitung am Laufen hält. Mittwoch, 27. August 2008Pozilei![]() Ist das nicht irgendwie verboten? Ist das tatsächlich legal? Viel lustiger als das oben gezeigte Gefährt sind eigentlich diese alten grünen Busse mit der Aufschrift “Puzilei” oder “Pozilei”, die man ab und zu sieht. Den Geländewagen finde ich ziemlich dreist, zumal er auch noch kommerziell genutzt wird (gehört einer Baufirma) und Lichter auf dem Dach hat. Irgendwie irreführend! Apropos dreist: Zwei richtige Polizeistreifen sind sich heute vor meiner Haustür begegnet und haben erstmal einen Plausch gehalten. Lustigerweise stauten sich dabei jeweils mehrere Autos hinter ihnen (beide Spuren waren ja blockiert) und niemand hat sich getraut, einfach mal zu hupen. Spaßbremsen. Donnerstag, 14. August 2008Weiß die Maschine, wer ich bin?![]() Kann mir irgendjemand sagen, was es mit diesen kleinen Kisten an den Fußgänger-Ampeln in meiner Nähe auf sich hat? Sind diese glänzenden dunklen Stellen da Augen? ![]() Ich bin besorgt. Nicht dass die plötzlich anfangen, mit mir zu sprechen, wenn ich mal wieder bei rot gehe. (Was ich natürlich nie tun würde, Mama!) Update: Anscheinend kann es nur sprechen, nicht gucken. Ausgabe 29 der Ampel-Nachrichten klärt uns auf: Kombi-S Mittwoch, 6. August 2008It's the ducks, stupid!
Während an anderer Stelle der Katzen-Content gerade eine Rennaissance erfährt (Spreeblick, Malte Weldings Zweitblog, Lolcats) bin ich, ohne überheblich klingen zu wollen, längst einen Schritt weiter. Die Zukunft liegt anderswo:
Enten sind der neue Hype! ![]() ![]() ![]() Für den Fall, dass ich wider Erwarten falsch liegen sollte, hier noch das unvermeidliche Kätzchenbild zur Absicherung: ![]() Fotos kommen von mir, Enten schwammen im See des Oberen Schlossgartens Stuttgart, Katze lag in einer Einfahrt am Sielwall (Bremen). Montag, 4. August 2008Schwarzes Gold![]() Im blau-gelben Supermarkt mit dem großen E kaufte ich Kölln’s Kernige Haferflocken, mit denen ich großartige Kindheitserinnerungen verbinde. Außerdem irgendwelche Flakes von Kellog’s, die weder zu süß noch zu gesund aussahen. Was jetzt noch fehlte, waren Rosinen. Nachdem ich zuerst an ihnen vorbei gelaufen war, führte mich eine geduldige Verkäuferin zu den Backzutaten. (Ich will nicht backen, ich will Müsli machen! Egal.) Vor lauter gemahlenen Nüssen verlor ich kurz den Überblick. Doch dann sah ich sie, fürstlich verpackt in einem gewaltigen Pappbecher, der die kümmerlichen Plastikbeutel voll billiger Konkurrenz mühelos deklassierte. Kalifornische Rosinen, kernlos, ungeschwefelt. Viermal so teuer wie die Kollegen aus der Tüte. Ich bereue nichts, man lebt nur einmal! PS. Als großer Freund von Alliterationen bin ich übrigens überglücklich ob der sich häufenden “K”s bei den Herstellern. Köstliche Kölln-Kellog-Kluth-Kombination! PPS. Bevor jemand meckert: Ich weiß, dass Rosinen eher braun als schwarz sind. ‘Braunes Gold’ klang aber zu sehr nach Nazi- oder Fäkal-Themen. Donnerstag, 24. Juli 2008Gute Unterhaltung...
...hatte ich gestern auf einer Zugfahrt.
Drei Jugendliche hörten den Smash-Hit “Belalim” von Zcalacee (sic!). Über ihre Handylautsprecher versteht sich. P-o-p-k-u-l-t-u-r inklusive Kinderreimen. Ein richtiges Video gibt’s wohl nicht. Durch Deutschland per Annonce
Sarah Kuttner fand ich immer eher scheiße. Nicht witzig, nicht provokant und nicht - auch wenn einige meiner Kumpels das anders sehen - scharf. Ihre neue Sendung “Kuttners Kleinanzeigen” in der ARD ist dafür ein echter Hingucker. Die letzte Folge scheint aber leider schon gelaufen zu sein.
Sie besucht in ganz Deutschland Menschen, die außergewöhnliche Annoncen geschaltet haben. In Berlin trifft sie eine Frau, die Mitglied eines Tauschrings ist. Sie bietet Massagen an, wird dafür in Kreuzern (oder so) bezahlt und tauscht diese wiederum in andere Dienstleistungen. Hier merkt man, dass sich Kuttner für dieses alternative “Wirtschaftssystem” interessiert. Das ist eine der Stärken der Sendung. Sobald sich das Skurrile als sinnvoll herausstellt, zeigt sich ihre Begeisterung. Wenn es Kuttner belanglos erscheint, spult sie allerdings nur ein Standardfragenprogramm ab. Niederknien möchte man aber, wenn sie es schafft, spontan die Absurdität mancher Einfälle aufzudecken. So verabschiedet sie sich vom Chef eines Tierkrematoriums mit den Worten: “Dann wollen wir mal hoffen, dass möglichst viele Tiere sterben, ne?” Vielen Dank für den Tipp an Frau Zimt. Mittwoch, 16. Juli 2008A Party Inside My Mouth!
“So ein straffes Bindegewebe, das habe ich ja noch nie gesehen!”, sagte meine Zahnärztin, als sie es mit dem Laser verbrannte. Meine unteren Weisheitszähne hängen nämlich seit langer Zeit auf der Strecke Kiefer-Oberfläche fest. Zeit zu handeln, beschloss sie. Per Laser sollten die Zähne soweit freigelegt werden, dass sie demnächst weiter rauswachsen und dann gezogen werden können. “Hm, ok”, dachte ich. Nach der örtlichen Betäubung wies sich mich dann darauf hin, dass ich 20 Euro dafür zahlen müsse. “Laserbehandlungen zahlt die Kasse nicht. Aber ich kann das”, sagte sie und klopfte auf mein Zahnfleisch, “auch einfach mit dem Skalpell wegschneiden.” Dann doch lieber lasern, bitte. Das ging schnell und schmerzlos. Allerdings riecht und schmeckt mein Mund jetzt leider so, als hätten die Schneide- und Eckzähne mit den Backenzähnen eine ordentliche Grillparty gefeiert. Über das Aussehen mache ich lieber keine Aussage.
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