Meine Nacht mit Barack 2012

Wie neulich angekündigt, konnte ich Tickets für die von Telekom, ZDF und Co. veranstaltete Wahlparty in der Französischen Straße ergattern. Dort war ich zusammen mit W., S., T. & Kollegen und es wurde ein großer Spaß.

Ein Blick ins ZDF-Fernsehstudio, von wo unermüdlich gesendet wurde…

Man möge mir die Kürze des Berichts verzeihen, aber der fehlende Nachtschlaf und lange Tag im Büro fordern ihren Tribut.

Also: Um halb zwölf nachts kamen wir an und beinahe ohne Wartezeit hinein – vielen anderen ging es später deutlich schlechter im Schneeregen. Drinnen die erste Überraschung: Markus Lanz lachte nicht nur einfach so vom Lastwagen vor der Tür, sondern war tatsächlich auf Sendung. Wegen der mäßigen Akustik war davon aber nicht allzu viel zu hören.

Im hinteren Saal der Telekom-Repräsentanz wartete der wahre Schatz für mittellose Jung-Akademiker: Chili, Hot Dogs, Mini-Burger, Nudeln, French fries, Muffins, Doghnuts. Ich habe alles probiert und auch die Getränke getestet. Perioden der Langeweile ließen sich famos überspielen, entweder durch neues Essen und Trinken oder mit Hilfe der freundlichen Servicekräfte, die per Umfrage auf dem iPad unsere Zufriedenheit mit dem Event ermitteln wollten. Haben wir dann, in grober Missachtung guten Forschungsdesigns, gleich zweimal bei verschiedenen Testern gemacht.

Vorne lief in natura und auf diversen Bildschirmen ZDF, hinten versammelten sich einige irgendwann vor CNN, weil dort die schnellste Entscheidung fiel.

Was aber gibt es zur Feier und zum Wahlabend an sich zu sagen? Wenn ich ehrlich bin, hielt sich die Party oft etwas in Grenzen, was natürlich vor allem daran lag, dass die Nacht sehr lang wurde. Die Ergebnisse waren zu Beginn auch alles andere als spannend, mit allerlei Favoriten-Siegen und lahmer Auszählung in Florida und Ohio. Später kamen dann die Erschöpfung und (von Besucher zu Besucher unterschiedlich) die Drinks dazu…

Jetzt sitze ich hier völlig übermüdet und habe heute morgen (auf dem Weg ins Büro) sogar die Reden von Romney und Obama verpasst.

Was soll ich sagen? Gelohnt hat es trotzdem! Zu einen ist es einfach witzig, eine große Show mitzuerleben und sich dabei ordentlich verpflegen zu lassen. Dass das ZDF dabei manchmal peinliche Momente produziert hat und den Abend nicht gerade auf effiziente Information optimiert hatte, finde ich verzeihlich. Mir fällt zumindest spontan keine Lösung ein, mehr als sechs Stunden Wahl-Prozedur kurzweiliger aber trotzdem live zu begleiten. Vielleicht liegt die Lösung nicht in einer sanften Reform des Konzepts, sondern im Verzicht auf extravagante Live-Shows? Wäre irgendwie schade.

Außerdem bleibt mir – zusätzlich zu den vielen spaßigen Unterhaltungen mit Freunden und netten Bekanntschaften – das gute Gefühl, bei einem wichtigen Augenblick dabei gewesen zu sein und mitgefiebert zu haben. Als dann um sechs morgens alles gelaufen und das letzte Bier getrunken war, war meine zweite Nacht mit Barack zu Ende. Hoffen wir, dass die zweite Amtszeit dem US-Präsidenten und seinen Bürgern eine Menge Glück bringt.

PS. FiveThirtyEight lag ziemlich perfekt:

Comparison of electoral maps: Left prediction, right result (von Michael Cosentino auf Twitter)

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