Alles lief gut im SPIEGEL-Interview. Relativ wohlwollende Formulierungen im Begleittext, sympathische Antworten des Frührentners Schumacher und riesige Fotos auf fünf Doppelseiten. Ganz zu schweigen vom Titelbild der Ausgabe, auf der ein Gespräch “über Erfolg, Risiko und die Last, ein deutscher Held zu sein” angekündigt wurde.
Dummerweise geht es auf der achten Seite um die Freizeitgestaltung des Helden:
SPIEGEL: Sie haben einmal gesagt, dass Bücher Sie gar nicht interessieren.
Schumacher: Die Bücher, die ich in den vergangenen zehn Jahren gelesen habe, kann ich an einer Hand abzählen. Aber ich bin gerade total fasziniert von so einem Bücherband von Stephenie Meyer, “Twilight” heißt der erste Band. Es geht um die Beziehung zwischen einem Mädchen und einem Vampir. Corinna hat das für uns besorgt, wir haben dann zusammen den Film gesehen, und das hat mich so gefesselt, dass ich mehr wissen wollte. Ich mit einem Buch auf der Terrasse -- das ist auch für mich neu.
Nicht genug damit, dass er diese unsäglichen Kinderbücher empfiehlt, er spricht auch noch von “so einem Bücherband”, wenn er eine Buchreihe meint. Dass Schumacher vor lauter Outdoor-Hobbys nicht viel Zeit zum Lesen findet, ist ja kein Problem, aber ausgerechnet “Biss zum Erbrechen”?
Wenn es schon unbedingt Vampire sein müssen, dann empfehle ich
“Gil’s All Fright Diner” von A. Lee Martinez. Auch keine große Literatur, aber zumindest mit ausreichend Selbstironie und Humor ausgestattet. Herr Schumacher könnte aber auch
“True Blood” schauen, da spart er sich das Lesen und bekommt neben Vampir-Romantik auch ein wenig Action und nackte Haut zu sehen.